Zeltingen-Rachtig

 

Zeltingen-Rachtig, Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues, Kreis Bernkastel-Wittlich
ca. 2200 Einwohner, 1694 ha, davon 280 ha Weinbau und 555 ha Wald

 

Der große Weinort Zeltingen, der mit Rachtig eine Gemeinde bildet, und den eine Brücke mit dem ehemaligen Zisterzienserkloster Machern verbindet, gehörte in der kurfürstlichen Zeit politisch zu Kurköln - sehr zum Ärger der kurfürstlichen Kollegen in Trier, die nur für die Seelsorge zuständig waren und den kurkölnischen Besitz in ihrem Kerngebiet wie einen Stachel im Fleisch empfinden mussten.

Um 1086 n. Chr. wird Zeltingen, dessen Name aus dem keltischen = Celtang stammt, erstmals urkundlich erwähnt. Funde aus der Jungsteinzeit belegen aber, dass der Ort schon sehr früh besiedelt war, lange bevor Kelten und Römer ins Moseltal kamen.

Die Zugehörigkeit zu Kurköln verdanken die Zeltinger dem Erzbischof von Köln, dem heiligen Kunibert (623-663), dessen Geburtsstätte die Zeltinger Rosenburg sein soll, und der seine väterlichen Besitztümer allesamt dem erzbischöflichen Stuhl zu Köln vermachte.

Im Mittelalter war Rachtig als Sitz des Pfarrherrn bedeutend, aber nach der verheerenden Pestepidemie im 17. Jahrhundert übernahm Zeltingen allmählich die führende Rolle. Der Aufschwung kam mit dem Ende des Feudalismus in Folge der französischen Revolution.

Nun konnten die Winzer Eigentümer der wertvollen Weinlagen werden, die bisher in Kirchen-, Klöster- und Adelsbesitz waren. Der gute Wein machte den Ort bekannt und die Winzer wohlhabend. Außerdem richteten die Franzosen in Zeltingen eine große Amtsverwaltung, die »Mairie«, für die Umgebung ein. Bis zur Verwaltungsreform von 1971 behielt der Ort diese Zentralfunktion aus der Zeit, als das Rheinland für zwanzig Jahre Frankreich gehörte.

Die Moselfront mit ihren schönen Bäumen und Anlagen ist geprägt von herrschaftlichen Bauten aus dem 18., 19. und 20. Jahrhundert. Im Ortsinnern finden sich gut erhaltene Fachwerkbauten und in der Amtsstraße das ehemalige kurkölnische Amtsgebäude, das früher auch als Pfarrhaus diente.

Außerhalb liegt als Ruine die Rosenburg und nahebei die Zeltinger Sonnenuhr, das größte und vollständigste Exemplar an der Mosel und in den Weinbergen Deutschlands.

Seit der frühen Zugehörigkeit zum Kurfürstentum Köln haben Zeltingen und Rachtig die gleiche politische Entwicklung genommen. Dabei war Rachtig im Mittelalter der größere Ort, der vor allem durch den Leder- und Weinhandel zu Wohlstand kam. Mit schweren, zweirädrigen Karren transportierten die Händler den Moselwein durch die Eifel bis in die Niederlande. Im Gegenzug brachten sie Leder auf den großen Rachtiger Ledermarkt, nachdem sie bei Machern die Mosel überquert hatten. Wichtigster Grundbesitzer in der Feudalzeit war der Ritterorden der Deutschherren, die 1247 hier ein großes Weingut gründeten. Erst durch die Pest im 17. Jahrhundert verlor Rachtig seine führende Position an den Nachbarort Zeltingen.

Während heute die Doppelgemeinde wie das gesamte Moseltal auf Weißweinproduktion ausgerichtet ist, war Rachtig im Mittelalter berühmt wegen seines Rotweins, den es bis ins 18. Jahrhundert ausschließlich produzierte.

Im Ort beeindruckt neben dem Turm der Marienkirche vor allem der gut erhaltene Deutschherrenhof.

Übrigens: Zeltingen-Rachtig ist der einzige Ort an der Mosel, der über eine eigene Operette verfügt. Die Handlung ist in der Zeit der kurfürstlichen Herrschaft angesiedelt und geschrieben hat die Operette Werner Stamm, der Komponist des Liedes „wenn das Wasser im Rhein goldener Wein wär“. Aufgeführt wird sie alle 2 (ungeraden) Jahre auf dem historischen Marktplatz!

 

Aktivitäten in Zeltingen-Rachtig

Wandern auf dem Moselsteig oder und auf verschiedenen Rundwander- und Ferienlandwegen.

Radfahren auf dem Moselradweg und dem Maare-Mosel-Radweg

Schifffahrten nach Bernkastel-Kues, Traben-Trarbach und nach Zell

Drachen- oder Gleitschirmfiegen vom Startplatz der Moselfalken.

Kanufahrten

Minigolf

 

Zeltingen um 1830

 

bett  Hier finden Sie Ihr Zimmer in Zeltingen-Rachtig  

 

moselaufwärts nach Graach moselabwärts nach Erden

 

Fotos: Susanne Schug, © Tourist Information Zeltingen-Rachtig