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Der lebendige Weinort Wehlen ist zwar politisch ein Stadtteil von Bernkastel Kues, wirkt aber auf den Besucher durchaus wie ein selbständiger Winzerort an der Mosel. Umgeben von Obstgärten und Wiesen zieht er sich am Fluss entlang, während die Weinberge mit dem berühmten Lagennamen "Sonnenuhr" am anderen Ufer liegen.
Bis 1915 gab es nur Nachen oder die Ponte, die Fähre, um zu den Weinbergen zu gelangen. Dann wurde eine Brücke gebaut, die allerdings schon 1920 bei Hochwasser zusammenbrach. 1926 wurde eine Stahlbrücke eingeweiht, die 1945 von deutschen Soldaten beim Rückzug gesprengt wurde. Wäre sie doch dem Feind in die Hände gefallen, mögen die Winzer gedacht haben. So mußten sie bis 1949 warten, bis die neue Hängebrücke fertig wurde.
Diese ungewöhnliche Brückenform an der Mosel wirkt originell und ist gerade gründlich überholt worden. Wehlen liegt an der Bundesstraße 53, die als Umgehungsstraße um den Ort herumführt. So ist Wehlen verkehrsberuhigt und die Hauptstraße mit den Quergassen, die zur Mosel hinunterführen, zeigen alte Weinhöfe und schöne Fachwerkbauten.
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Am eindrucksvollsten wirkt das barocke Zehnthaus der Trierer Kurfürsten. Diese Zehnthäuser sind in vielen Moseldörfern als eindrucksvolle Massivbauten erhalten, die Finanzämter und Lagerhäuser des Mittelalters und der Feudalzeit. Dabei darf nicht vergessen werden, daß der Zehnte nur ein Teil der Leistungen war, der neben Fronarbeiten und anderem erbracht werden mußte, und daß die einfachen Bauern oder Winzer nicht als freie Bürger galten, sondern für den kirchlichen oder adligen Feudalherren zum Grundbesitz gehörten wie die Weinstöcke und die Äcker und eben entsprechenden Ertrag zu bringen hatten.
Ein besonderes Ausflugsziel ist die Anlage »Kloster Machern« moselabwärts von Wehlen.
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