| Schreiten wir durch die Breite der Stadt in der Richtung nach dem Flusse, so stoßen wir an ihrer westlichen Seite in deren südlichstem Teile auf den Eingang zur Moselbrücke, einem Bauwerke uralter Gründung, dessen Festigkeit so vielen Jahrhunderten getrotzt hat. Von der Römischen Bauanlage, jener stolzen und kräftigen Konstruktion, sie mag (nach Wyttenbach) zuerst durch M. Vipsanius Agrippa, den beständigen Besorger der Wasser- und Wegebauwerke unter Octavian, (curator perpetuus aquarum et viarum), oder schon viel früher erfolgt sein, haben sich nur in den Fundamenten und an den Pfeilern einzelne Teile erhalten. In den Raubzügen Ludwigs des XIV. von Frankreich, Gräueln auf fremdem Boden verübt, die durch keine Staatskunst oder Kriegspraxis entschuldiget werden können, sollte, im Jahre 1689, die ganze Brücke, welche die Wut barbarischer Völker der früheren Jahrhunderte verschont hatte, durch Werkleute, der kultiviertesten Nation der Erde angehörig, zerstört werden; aber die gewaltigen Massen des riesenhaften Bauwerkes leisteten einen Widerstand, den die Zwingherrn von |
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Deutschland nicht überwältigen konnten. Die antiken, noch wohl erhaltenen Basaltblöcke, sechs bis neun Fuss lang, drei Fuss breit und eben so hoch, sind, wie bei dem Marstore, ohne Mörtel aufeinander getürmt, und bilden die Fundamente und Pfeiler, wie sie zum Teil noch jetzt vorhanden sind; die zerstörten Bögen aber wurden unter dem Kurfürsten Franz Ludwig, vom Jahre 1717 an, ganz aus Sandstein wieder hergestellt. Die Brücke stand in der Römischen Zeit, wie sich denken lässt, etwa gegen die Mitte der alten Stadt, die sich damals wenigstens bis in die Gegend von St. Matthias über die Löwenbrücke (pons leonis) weit hinaus erstreckte. Sie ist 690 Fuss lang und 24 Fuss breit, und ruht auf acht überwölbten Bögen. Hier war es, wo die Teilnahme der Trierer an dem grossen Batavisch-germanischen Aufstande unter Civilis (im Jahre 70), der sich von den äussersten Grenzen des Niederlandes bis in die Moselgegenden verbreitet hatte, nach den tapfersten Anstrengungen ein trauriges, wiewohl nicht unrühmliches Ende fand (Tacitus Hist. 4, 77 ff.). |