|
Wo das aus der Vulkaneifel kommende Flüßchen Lieser in die Mosel mündet, liegt der bekannte Weinort gleichen Namens. Er muß schon seit uralter Zeit besiedelt sein, denn Sprachforscher deuten seinen Namen als vorkeltisch und ligurisch. Er ist einer der wenigen Orte, die schon der früheste Mosel-Fan, der berühmte Decimus Magnus Ausonius, in seinem Lobgedicht "Mosella" beim Namen nennt. Lesura ist bei ihm der Ort, der 817 als Lisura erstmals in einer Urkunde erwähnt wird und heute Lieser heißt.
Hier fließt die Mosel genau von West nach Ost, so daß die Talhänge nach Süden weisen und entsprechend gute Weinlagen tragen. Altbekannt ist der Lieserer Schlossberg, wenn auch das Schloß dazu erst im vorigen Jahrhundert von den Freiherren Schorlemer im prunkvollen Gründerzeitstil erbaut wurde. Neben der großen Pfarrkirche St. Peter, die 1782 errichtet wurde, bestimmt das Schloß mit seinem Park das Ortsbild.
|
|
Volkstümliche Konkurrenz der Kirche ist die über Jahrhunderte berühmte Paulskapelle auf dem Paulsberg, einst religiöser Mittelpunkt von vierzehn Dörfern und vielbesuchtes Wallfahrtsziel.
Auch Lieser war einst Mittelpunkt eines Amtsbezirks, der nicht nur Maring und Noviand, sondern auch Wehlen und Kesten umfasste. Der Bahnhof und Teile der Eisenbahntrasse nach Wittlich sind noch erhalten. Seit der Verwaltungsreform von 1969 ist Lieser Teil der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues.
Im Ort selbst stehen eine Anzahl von alten Weingütern aus der Feudalzeit, in der zwanzig geistliche Stifte und weltliche Herrschergeschlechter hier ihre Weinberge besaßen. Bescheiden wirkt dagegen der alte Posthof der Grafen von Thurn und Taxis, der von 1516 bis 1648 die dreizehnte Station auf der Strecke Wien-Brüssel bildete.
Ausflug nach Wittlich
|