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An einem fruchtbaren, weiten Weinbergshang breitet sich der alte Weinort Kröv aus. Galloromanisch hieß es einst croviacum und war dann später ein merowingisches Königsgut. Aus ihm entstand das "Kröver Reich", ein reichsunmittelbarer Herrschaftsbereich, der keinem der umgebenden Territorialfürsten unterstellt war. Es reichte von Erden und Kinheim bis Kövenig und Reil, umfasste aber außerdem Bengel und Kinderbeuren am Kondelwald.
Das "Kröver Reich" war kein Staat in unserem Sinne und existierte vor allem durch die Rivalität der Sponheimer Grafen mit den Trierischen Kurfürsten, aber es spielte in mancher Beziehung für den Moselraum etwa die Rolle der Schweiz in Europa. Denn wie alle Mächtigen Europas in der Schweiz ihre Konten haben, so besaßen einst die Mächtigen des Feudalsystems in Kröv ihre Weinberge und die dazugehörigen Weingutshöfe. Die gegensätzlichsten Parteien waren dort vertreten, und sehr viel Geistlichkeit, die damals meist auch weltliche Herrschaft innehatte.
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Noch heute fallen die reichen Gutshöfe neben den Bauten der einfachen Winzer durch Größe und Qualität der Bauausführung auf.
Der Hof der Abtei Stablo-Malmedy und der des Klosters Echternach sind die prachtvollsten eines guten Dutzends alter Feudalbauten, die dem Ort ein Gepräge geben, das an "Kröver Reich" und Grafen und Äbte erinnert.
Weit prosaischer ist dagegen die Geschichte des "Kröver Nacktarsch", der bekanntesten Weinlage des Ortes. Es gibt zwar eine Reihe interessanter Legenden zur Erklärung des etwas anrüchigen Namens, wahrscheinlich aber ist der Nacktarsch nichts weiter als ein verballhornter Nectarius, der Nectar der Römer.
Kröv um 1830
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