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Koblenz

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109807 Einwohner, 10507 ha, davon 52 ha Weinbau und 2872 ha Wald

Ihre Gastgeber in Koblenz
  
  

Ad confluentes = bei den Zusammenfließenden, nannten die Römer das Erdkastell, das sie hier an der Moselfurt der Rheinstraße Mainz-Köln-Xanten kurz nach der Zeitwende errichteten. Der fruchtbare und verkehrsgünstige Koblenzer Raum war wohl schon seit der mittleren Steinzeit (ca. 9000 v. Chr.) kontinuierlich besiedelt, zur Römerzeit von den Treverern, die die gesamte Moselregion beherrschten.

Seit damals ist Koblenz ein für Verkehr, Wirtschaft und Politik wichtiger Platz geblieben.

In fränkischer Zeit entstand eine Königspfalz und der berühmte Erzbischof Hetti von Trier gründete im 3. Jahrhundert das Chorherrenstift St. Kastor, in dem 842 die Abgesandten der drei Enkel Karls des Großen über die Reichsteilung verhandelten, die ein Jahr später in Verdun vollzogen wurde. Bis 1018 war die Stadt "reichsunmittelbar", dann schenkte Kaiser Heinrich II. sie dem Trierer Kurfürsten. Zum Trierer Kurstaat gehörte sie bis 1794, seit 1690 als Residenz des Kurfürsten. Von 1794-1814 war Koblenz Hauptstadt eines französischen Departements. Ab 1815 wurde es Hauptstadt der preußischen Rheinprovinz.

1947-50 war Koblenz Sitz der Landesregierung von Rheinland-Pfalz. Im Juli 1948 fand in einem Hotel am Rittersturz bei Koblenz die Konferenz von elf Landes-Ministerpräsidenten statt, die grünes Licht für die Beratungen des parlamentarischen Rates gaben und damit die Gründung der Bundesrepublik einleiteten. Nicht alle deutschen Länder konnten damals der Bundesrepublik beitreten. An diese Tatsache erinnerte Jahrzehnte lang das Mahnmal zur deutschen Einheit an der Landzunge zwischen Rhein und Mosel, dem deutschen Eck. Der Name kommt ursprünglich daher, daß der "Deutsche Orden", ein mittelalterlicher Ritterorden, hier sein Verwaltungsgebäude hatte, die "Komturei".

An diesem markanten Platz zwischen den beiden Flüssen wurde 1897 auf gewaltigem Sockel ein 350 Zentner schweres Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm I. errichtet, der darauf Wilhelm der Große genannt wird, eine Bezeichnung, die sich in der Geschichtsschreibung allerdings nicht durchsetzen konnte.

1945 schossen amerikanische Soldaten den Monster-Kaiser vom Sockel und seit 1953 stand darauf schlicht ein Mast, der mit einer deutschen Fahne an die verlorene Einheit erinnerte. Allerdings war es die schwarz-rot-goldene Fahne der deutschen Demokraten, nicht die schwarz-weiß-rote des Kaiserreiches. Wilhelm hätte sich im Grabe herumgedreht, hatte er doch 1848/49 die Bekämpfung der demokratischen Träger dieser Fahne mit härtester, militärischer Gewalt gefordert (und zum Teil erreicht), was ihm den Namen "Kartätschenprinz" einbrachte.

Nun ist die deutsche Einheit wieder hergestellt und auch der dicke Kaiser samt Schlachtroß steht wieder auf seinem Sockel. Sehen wir sein Denkmal als Kuriosum, als Disneyland auf Deutsch, und nicht als Verehrung des Kaisertums und jenes Wilhelmismus, die mit nationaler Überheblichkeit und Großmannssucht Deutschland ins Unglück brachten.

Das deutsche Eck ist ein guter Ausgangspunkt für einen Spaziergang durch die geschichtsträchtige Altstadt. Als erstes gelangt man zum Deutschordenshaus (heute Museum für moderne Kunst), einem mittelalterlichen Verwaltungssitz (Komturei) des deutschen Ritterordens. Der stilvolle nahe Blumenhof ist Schauplatz sommerlicher Theateraufführungen und Konzerte. Die erste Kastorkirche wurde 817-836 unter Erzbischof Hetti von Trier mit Unterstützung Kaiser Ludwigs des Frommen erbaut. Hier wurden 842 die Bestimmungen über die fränkische Reichsteilung ausgehandelt, die dann in den Vertrag von Verdun aufgenommen wurden. Der Ostchor der Kirche, die von 1208 stammt, wurde 1495-99 eingewölbt. Diese Kirche, in der deutsche Geschichte gemacht wurde, ist auch nach Kriegszerstörung, Wiederaufbau und neuerlicher gründlicher Restaurierung sehenswert.


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