An einem fast west-östlich fließendem Stück der Mosel liegt auf kaum ansteigenden Gelände der Weinort Brauneberg, die südwärts gerichteten Steilhänge der Spitzenlage "Juffer" schauen vom anderen Ufer herüber. Die Weine dieser bevorzugten Südlage haben Brauneberg bei Weinkennern weltweit berühmt gemacht, aber auch in früheren Zeiten eine Rolle gespielt. Denn schon im 6. Jh. schenkte der merowingische König Childebert II. dem Bischof von Verdun das Veldenzer Gebiet samt Brauneberg, weil dieser ihm geklagt hatte, die Kirche von Verdun habe keinen Ort, wo sie Wein ernten könne. So gelangte eine der besten Weinlagen an der Mosel in dessen Besitz, samt "Personal", wie das damals üblich war.
Verwalten ließen die Bischöfe ihr Land und ihre Leute an der Mosel durch einheimische Vögte, die im Laufe der Jahrhunderte immer einflussreicher wurden und sich schließlich als Grafen von Veldenz in den Adelsstand hochgearbeitet hatten. Die Nachfolger der Grafen traten 1523 zum evangelischen Glauben über und mit ihnen ihre Untergebenen. |
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Oberster Landesherr aber war inzwischen in Nachfolge des Bischofs von Verdun der französische König geworden, der als Katholik dafür sorgte, dass die katholischen Veldenzer katholisch bleiben konnten. Seitdem benutzten in Brauneberg Protestanten und Katholiken "simultan" die gleiche Kirche.
Unangenehmer wurde es, als im 17. Jahrhundert Ludwig XIV. seine rheinischen Besitzungen heim ins Reich holen wollte und 1680 besetzen ließ. Damit begannen die Reunions-Kriege, die gerade für das Moselland unendlich viel Leid brachten. Die Herrschaftsansprüche und Adelsgeschlechter sind längst vergangen, aber die Spitzenweine aus "Dusemond", das seit 1925 brav deutsch Brauneberg heißt, genießen wir immer noch.
Zu Brauneberg gehört Filzen und, hinter den Weinbergen im Tal versteckt, das kleine Hirzley.
zum Ortsteil Filzen
Brauneberg um 1830
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