Das kleine Straßendorf mit seinen gut erhaltenen alten Höfen, heute Stadtteil von Bernkastel-Kues, gehörte in der Feudalzeit zur evangelischen Grafschaft Veldenz.
Der Name Andel ist verbunden mit der Geschichte der in den 60er Jahren aufgegebenen Moseltalbahn von Trier nach Bullay. Hier, etwa auf der Mitte der Strecke, hatte die Bahn ihre Betriebswerkstatt.
Nach einigem Hin und Her wegen der Frage, ob die geplante Bahn als Schmalspur (1,067 m) oder Normalspur (1,435 m) gebaut werden sollte, entstand in den Jahren 1901 bis 1905 eine durchgehende Schienenverbindung zwischen Trier - die Endstation lag gegenüber dem Trierer Hauptbahnhof - und Bullay, wo der Moselbahnhof auch gleich unterhalb des Reichsbahnhofes lag. Es gab dort sogar eine Schienenverbindung zwischen den beiden Bahnsystemen, die vor allem im zweiten Weltkrieg benutzt wurde, als die Moselbahn für die zerstörte Hauptstrecke einspringen musste um militärische Güter die Mosel entlang zu transportieren.
Die eigentliche Aufgabe der Moselbahn aber war ziviler Art: Der Transport von Anwohnern, Gütern und Touristen durch das schöne Moseltal. Dabei ging es gemächlich zu: Vier Stunden brauchte der Zug von Trier bis Bullay und die Höchstgeschwindigkeit betrug 40 km/h. Salonwagen mit großen Panoramascheiben für die Freunde der Mosellandschaft, und für die des Weins eine umfangreiche Weinkarte: Darauf begründete sich der Ruf des weit über Deutschland hinaus bekannten "Saufbähnchens". |
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in kleiner Bummelzug zockelte da durch die herrliche Mosellandschaft, oft ohne Straßenkonkurrenz zwischen dem Grün der Weinberge und dem der Uferwiesen. Winzerdörfer und romantische Städtchen bildeten die Stationen und dazu Moselwein, der anregte, erheiterte und auch beschwipste - warum nicht, es war kein Führerschein in Gefahr.
Nicht nur Eisenbahnromantiker fragen sic heute, ob denn die Einstellung der Bahn und vor allem der konsequente Abbruch der gesamten Strecke wirklich nötig waren.
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